MUSICA Nidda e.V.
MUSICA Nidda e.V.

Christina Merkel-Pavone

Geboren und aufgewachsen in Oberhessen, erste musikalische Impulse in Familie und Kirchengemeinde, Geigenunterricht mit neun Jahren. Nach dem Abitur studierte sie Sonderpädagogik und Musikerziehung in Köln und leistete den Vorbereitungsdienst in Fulda ab. Heirat, drei Töchter, heute in Musikberufen. Während der Familienphase in Süditalien Diplom-Studienabschlüsse in Viola (1987) und in Gesang (Opernfach, 1989) am Konservatorium „Francesco Cilea“ in Reggio Calabria. Seit 1983 Unterrichtstätigkeit in Violine und Viola, von 1990 bis 1994 auch am Konservatorium, Bratschistin in dessen Orchester sowie Gründung und Leitung zweier Jugendchöre. Seit 1996 ist sie als Förderschullehrerin im Dienst des Landes Hessen. Im Freizeitbereich aktiv als Sängerin und Chorleiterin; sie leitet seit 2005 das Kammerorchester Nidda, jetzt: MUSICA Nidda.  

Der folgende Artikel mit Bild wurde am 28.5.2016 im Büdinger Kreis-Anzeiger über die Arbeit von Frau Merkel-Pavone veröffentlicht:

Kreis-Anzeiger     Nidda 28.05.2016

„Neue Aktivitäten geben neue Impulse“

ERFAHRUNG Musizieren gehört für Christina Merkel-Pavone zum täglichen Leben

NIDDA - (det). Musizieren ist aus dem Leben Christina Merkel-Pavones nicht wegzudenken. Gemeinsames Singen, begleitet mit Flöte oder Klavier, erlebte sie schon als Kind zu Hause. Früh und ungewöhnlich lernte sie Noten kennen. In den Gottesdiensten – ihre Familie gehörte einer Selbstständigen evangelisch-lutherischen Gemeinde (SELK) an – schaute sie ins Gesangbuch, merkte, wie „die Schnellen und die Langsamen“ auf den fünf Linien aussahen. Der Beginn mit Geigenunterricht als Zehnjährige, das weihnachtliche Chorsingen der Kinder, das Trompetenspiel im Posaunenchor als Jugendliche – immer mehr führte ihr Weg in das aktive Musizieren.

Mit freundlicher Distanz schaut sie heute auf die Zeltfreizeiten des Posaunenchors zurück, die Verbindung zum Missionarischen Dienst, die strikte Beschränkung auf Kirchenmusik: „Jugendarbeit in Posaunenchören läuft heute anders, vielseitiger“. Schon vor dem Abitur stand ihr Berufswunsch fest: „Kirchenmusikerin – aber ich konnte alles außer Orgel!“

„Vielleicht habe ich mich zu sehr von Ratschlägen aus der Familie beeinflussen lassen“, sagt Christina Merkel-Pavone heute. So begann sie 1975 das Studium der Sonderpädagogik und wählte die Schwerpunkte Lernbehinderung und Verhaltensauffälligkeiten (heute Förderschule mit dem Schwerpunkt beziehungsweise emotionale und soziale Entwicklung) sowie den Bereich Musikerziehung. Während des Studiums legte sie die C-Prüfung in Chorleitung ab.

Wie viele junge Leute suchte auch Merkel-Pavone nach der „Welt außerhalb des Hörsaals“. So nahm sie eine Auszeit – ein halbes Jahr war geplant – und ging mit der katholischen Friedensbewegung Pax Christi nach Kalabrien. Das Projekt eines deutsch-italienischen Jugendfriedensdienstes im Austausch funktionierte nicht so, wie die Initiatoren es sich dachten. Für die junge Sonderpädagogikstudentin war es dennoch keine verlorene Zeit. Sie entdeckte ihre Liebe zu Süditalien – und zu ihrem künftigen Mann. „Aber mir war von Kindheit auf in Fleisch und Blut übergegangen, dass man Begonnenes erst fertigmacht.“ So schloss sie ihr Studium in Köln ab und machte ihr Referendariat an der damaligen Sonderschule für Lernhilfe in Neuhof. „Ganz ohne Praxisschock ging es nicht ab“, erinnert sie sich.

Christina Merkel-Pavone heiratete in Kalabrien, die drei Töchter wurden geboren und die junge Frau nutzte die Familienphase, um ein Diplom in Gesang und eines im Bratschenspiel zu machen und zwei längerfristige Kinderchorprojekte aufzubauen, mit den eigenen kleinen Töchtern zu singen, zu flöten.

Schwierig war die berufliche Situation. Für sie und ihren Mann, ebenfalls Lehrer, gab es nur Aushilfsstellen auf Abruf. Nüchtern sagt Merkel-Pavone heute: „Uns fehlten die Verbindungen in der Schulhierarchie. Und Musikunterricht galt ohnehin als zweitrangig – das machten manchmal die Hausmeister!“

So entschloss sich die Familie zur Rückkehr nach Deutschland. „Ich bewarb mich für den Schuldienst, hatte ein kurzes Gespräch. Es gab einen Blick in meine Mappe, dann bekam ich gesagt: ,Sie können in der Hammerwaldschule Hirzenhain anfangen‘. Nach den Stolpersteinen vor dem Schuldienst in Kalabrien war das paradiesisch.“ In dieser Schule, von Kindern mit großen Handicaps, zum Teil mit Schwerst-Mehrfachbehinderung besucht, erlebte Christina Merkel-Pavone eine andere Seite von Musik. Sie beobachtete, wie Kinder, die nicht sprechen, sich wegen einer Spastik kaum bewegen können, bei Klängen Freude zeigten, wie sehr Unruhige beim gemeinsamen Singen ruhiger wurden. Merkel-Pavone: „Wir haben auch weit selbstständigere Kinder, aber sie müssen auf manchen Lernweg gelockt werden.“

Zusammenarbeit

Musik im Privatleben fehlte bei ihr und ihrer Familie nie. Merkel-Pavone sang im Kirchenchor, spielte im Kammerorchester, erst geleitet von Piet van Meerendonk, dann von Inge Böckel, ehe sie selbst die Leitung übernahm und die Gruppe als Ensemble Musica Nidda vor zwei Jahren neu formierte. Merkel-Pavone erlebte mit Freude, wie sich ihre drei Töchter Karola, Sofia und Dorotea zu Profimusikerinnen in anspruchsvollen Positionen entwickelten und trotzdem punktuell dem Niddaer Musikleben treu bleiben. „Neue Aktivitäten geben neue Impulse“, sagt sie. „Das gemeinsame Konzert des Ensembles Musica mit dem Gymnasium Nidda hat Freude gemacht. Hoffentlich geht die Zusammenarbeit weiter.“

 

Aktuelles

Hier die nächsten Termine:

Kammerorchester-Proben:

Vorläufig finden wegen der Corona - Einschränkungen  nur  Proben in kleinen Gruppen in Absprache mit dem Vorstand statt.

 

Jugendorchester:

 
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